Melatonin - der Schlüssel zu unserem Schlaf.

Melatonin ist ein Hormon, das von der Zirbeldrüse des Gehirns (Epiphyse) und der Netzhaut produziert wird. Es tritt in der gleichen Molekülform bei ganz unterschiedlichen Organismen wie Tieren, Pflanzen, Insekten und Bakterien auf. Melatonin ist an diversen physiologischen Funktionen beteiligt, beispielsweise Schläfrigkeit, Schlaf-Wach-Rhythmus, Regulierung des Blutdrucks und Aktivität des Immunsystems. Die Abgabe von Melatonin wird tagsüber verhindert und nachts stimuliert.

 

Melatonin

Grafik: Die Produktion von Melatonin läßt schon ab etwa 30 Lebensjahren erheblich nach,
deshalb kann man mit Melatonin Tabletten am Abend etwas „nachhelfen“.

Die wohltuenden Wirkungen des Melatonins als Antioxidans, Antidepressivum oder Mittel gegen Schlafstörungen sind heutzutage gut bekannt.

HF (ein Kommentar von H. Foellmer): Melatonin, eine Stunde vor dem Schlafengehen eingenommen (Erwachsene 1 bis 3 mg!), „vertieft“ den Schlaf (und verkürzt ihn offenbar auch um ca. eine Stunde). Es bewirkt wohl auch, dass das Immunsystem besser „repariert“ wird, man fühlt sich merklich „gesünder“...
Typisches Merkmal: Herpes! Melatonin bewirkt, dass Herpes „beherrscht“ werden kann. Wird Melatonin genommen, bleibt Herpes zumeist aus! Oder Herpes breitet sich nicht weiter (oder langsamer) aus.
Auch andere Arten von Infektionen, Husten, Schnupfen, Grippe – Melatonin hilft. Man hat merkbar mehr Widerstand. Die genommene Dosis kann dann abends etwas höher sein, z.B. 3 mg. Melatonin kann wohl kaum überdosiert werden, zu viel davon wird ausgeschieden.
Nebenwirkungen sind mir nicht bekannt. Ab und zu setze ich Melatonin aus. Sofort ändert sich der nächtliche Schlaf – scheinbar nicht mehr so tief und etwa eine Stunde länger.
Beim jetlag vermindert sich die Anpassungsdauer an die Zeitverschiebung um etwa 1-2 Stunden/Nacht.


Zahlreiche klinische Versuche aus dem Jahre 2002 sind zu dem Schluss gekommen, dass Melatonin die Auswirkungen des Jetlags senkt und daher für Reisende nützlich ist.

Zellstudien mit Tieren und Menschen haben gezeigt, dass Melatonin erhebliche Anti-Krebs-Eigenschaften besitzt. Es kann verschiedene Typen von Tumorzellen zerstören oder deren Wachstumsrate reduzieren.

HF: Ich denke, dass dabei ein stärkeres Immunsystem der wirkliche Grund ist.

Die spektakulären Ergebnisse publiziert in der Zeitschrift PLoS ONE vom 15. Juni 2009 suggerieren, dass Melatonin die Alterungseffekte bremsen kann. Innerhalb des Arago-Labors (CNRS / Universität Pierre et Marie Curie) haben die Wissenschaftler festgestellt, dass eine Gabe von Melatonin das Auftreten der ersten Anzeichen der Alterung eines kleinen Nachtsäugetiers (Hausspitzmaus) um 25 % mindert (6).

Die Melatoninproduktion kann durch ein zu spätes Schlafengehen, Stresssituationen, unregelmäßige Schlafzeiten sowie elektromagnetische Wellen (künstliche Beleuchtung, Antennenrelais, Mikrowellen, Hochspannungsleitungen, Handys, usw.) gestört werden. Herzkranke Personen weisen einen niedrigen Melatoninspiegel auf; es bleibt offen, ob es sich um eine Ursache oder eine Folge handelt. Die therapeutischen Eigenschaften des Melatonins sind sehr wichtig, da alle unsere Funktionen (z.B. Immun-, Herz-Kreislauf-System, usw.) zeitlich organisiert sind und zahlreiche Störungen aus einer Desynchronisation der biologischen Rhythmen resultieren. Dies trifft vor allem während des Alterungsprozesses auf.

Melatonin kann aus Pflanzen und Tieren, aber auch syntetisch gewonnen werden. Laut unterschiedlichen Studien liefern zahlreiche Pflanzen (Kudzu, Mutterkraut, Johanniskraut) und vor allem Nüsse (7) und auch Bananen eine wesentliche Menge an Melatonin.

HF: Wo bekommt man Melatonin – im Drugstore in USA. Aber auch schon im europäischen Internet Versandhandel.
In D wird (darf!!) es nicht angeboten werden, da es keine Zulassung hat, aber wohl doch als Arznei angesehen wird. Warum gibt es das nicht in D? Weil dieses natürliche Hormon durch die Pharmaindustrie nicht geschützt (und monopolisiert) werden kann. Deshalb wohl wird dieses natürliche Mittel in D „verschwiegen“, mindestens aber ignoriert.

 

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Literatur

1. Brzezinski A, Vangel MG, et al. Effects of exogenous melatonin on sleep: a meta-analysis. Sleep Med Rev. 2005 Feb; 9(1):41-50.
2. James E. Jan, Roger D. Freeman et Diane K. Fast. Melatonin treatment of sleep-wake cycle disorders in children and adolescents, Developmental Medicine & Child Neurology, Vol. 41, 1999, pp. 491-500.
3. Wu Y.H. et al., The human pineal gland and melatonin in aging and Alzheimer disease, J. Pineal Res., 2004 Dec 21 (online pub date).
4. Herxheimer A. et al., Melatonin for the prevention and treatment of jet lag, Cochrane Database Syst. Rev., 2002, (2): CD001520.
5. Bouatia-Naji N. et al., A variant near MTNR1B is associated with increased fasting plasma glucose levels and type 2 diabetes risks, Nature Genetics, 2008.
6. Elodie Magnanou, Joël Attia, Roger Fons, Gilles Boeuf, Jack Falcon. The timing of the shrew: continuous treatment with melatonin maintains youthful rhythmic activity in aging Crocidura russula, PLoS ONE, 15 June 2009.
7. Reiter RJ, Manchester LC, Tan DX. Melatonin in walnuts: Influence on levels of melatonin and total antioxidant capacity of blood, J. Nutrition, 2005 Sep; 21(9):920

   

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