Wie ZBs und Banken Geld zaubern - einfach und "ertragreich"!

2007 - es kriselte mal wieder mächtig am Kapitalmarkt, international. Der Interbanken Handel geht praktisch auf null, die Banker leihen sich gegenseitig nichts mehr, sie trauen einander nicht. Die Zentralbanken, EZB (Europa), FED (USA) und BoJ (Japan), die BoE (England), sie alle zaubern Riesenkohle herbei, um „ihre“ illiquiden Banken vor dem Kollaps zu bewahren. Einige Banken gehen pleite, aber wer unter den Banken wirklich pleite ist, das wissen wir nicht so recht. Das wird auch schön unter der Decke gehalten. Aber alle Fachleute sind sich wenigstens in einem einig: Der Crash kommt mit und durch eine Bankenkrise! Hier einige Betrachtungen zu unserem Geldsystem, oder besser „Falschgeldsystem“. Das ist nämlich die Ursache für Schuldentürme und Geldschwemme – für crash & crisis!

Wo nimmt denn die EZB die Euros eigentlich her?

Ganz einfach: Die (leihenden) Banken schreiben einen Schuldschein aus, die EZB nimmt diesen (vollkommen wertlosen) Schein in ihre Bilanz als Aktivposten auf (sie müssen ja zurück zahlen!), setzt sich an ihren Computer und tippt 40.000.000.000 (40 Mrd. oder englisch 40 Billion) ein, für die Passivseite der Bilanz - und schon ist die Kohle in der Welt. Bilanzverlängerung nennt man das! Die ZB ist ja die Bank der Banker - nur sie haben bei ihr Konten. Normalerweise leihen sich die Banker untereinander das was sie an Geld brauche. Wenn es aber kriselt, dann geht nix mehr - nur die ZB!

Und im "wirklichen" Geldkreislauf? Da, wo wir unsere Konten haben, die Wirtschaft und der Staat? Da geht das so: Der Staat schreibt so einen Schein aus – auch vollkommen wertlos – gibt ihn dem Banker und der bemüht seinen Computer und schreibt auf das Staatskonto die Kohle gut. Dann verkauft er den Schein (die Anleihe!)  an Dritte oder reicht ihn an die EZB weiter - gegen geliehenes Geld als Sicherheit. Geld aus dem Nix geschaffen, eine unerschöpfliche Quelle! Super, nicht? Aber abwarten, das ist nur der erste Streich!

Ein kleiner Ausflug in die Welt der Banker!

Die virtuelle Kohle landet als Gutschrift auf dem Konto der Bank, sagen wir mal 1 Mio. €. Und die kann nun damit weiter machen. Sie muss nur einige Prozentpunkte (3 bis 10%) dieser Summe als „Reserve“ vorhalten (Reserve? Das ist doch virtuelle Kohle aus dem Nix erschaffen, vollkommen wertlos?). Richtig, die Bank schuldet doch eigentlich diese virtuelle Kohle (auch „fiat money“ genannt!) der EZB, also Passivseite der Bankbilanz? Nee, sie (oder der Staat) hat ja den Zettel ausgeschrieben! Simsalabim, die Kohle landet wieder auf der Aktivseite beim Banker (klar, er hat bisschen Schweiß auf der Stirn. Mann, ist das heiß heute!) und die Kohle kann nun weiter gegen Zins ausgeliehen werden.
Er gibt seinem Großkunden Schneider eine Mio. für dessen Bauprojekte, gut besichert durch den Bau! Schneider öffnet die Sektflasche, auf seinem Konto steht eine Mio. € „richtige“ Kohle, oder? Wer freut sich da mit ihm? Sein Banker! Bei dem erscheint die Mio. nämlich als Einlage (von Schneider) und – man ahnt es schon, er kann nun auch andere Kunden „bedienen“. Er ist ja Dienstleister „Leistung aus Leidenschaft“ steht auf seinen Fahnen. Er kassiert Zinsen für Geld aus dem Nix, ein Supergeschäft, oder? Deshalb ist er so fröhlich.
Schneider aber, klar, er macht und tut, baut und schafft BSP (Bruttosozialprodukt), zahlt Löhne und so. Ein Subunternehmer wartet schon auf seinen 100.000 € Scheck, kriegt er auch und was macht er damit? Er rennt, so schnell er kann, zu seinem Banker und löst den Scheck ein! Super! Sein Banker kriegt feuchte Augen, er kann aus dieser Einlage nun wieder an andere ausleihen (Klar, er ist ja solide, drei bis zehn Prozent davon hält er in „Reserve“!).
Schneider braucht vielleicht ein Jahr, dann ist die Kohle verbaut. Inzwischen steht sie auf seinem Konto bei seinem Banker oder bei den anderen Banker Kollegen. Für die stärkt jede „Einlage“ aber wieder ihre Aktivseite! Sie können daraufhin noch mehr verleihen. Das tun sie auch. Und so werden aus einer EZB Million so an die 10 Millionen richtiges Geld. Und alles ohne einen wirklichen Gegenwert bei den Bankern. Zauberhaft!
Zaubergeld aus dem Nix, der“ Mandrake“ Mechanismus (Mandrake, der Zauberer, eine US Comic-Figur) oder auch vornehm und unverständlich „fractional banking“ genannt. Aus 0 mach 1 (die Zentralbank), aus 1 mach 9 (die Banker)! Wir fluten die Welt mit Geld! Jeder wird Millionär. Endlich können unsere Politiker so viel Geld bekommen, wie sie nur wollen. Haushaltsdefizit? Augenblick, wir schreiben Zettel und reichen die an die Banker!

Aber Moment mal!

Die Schuldscheine des Staates direkt an die EZB reichen, das „dürfen“ sie bei uns nicht, das wäre ja „Staatsfinanzierung“ durch die EZB! Verboten in der EU. Augenwischerei! Dafür haben wir jetzt EFSF, ESM und ähnliche Einrichtungen. Die dürfen und können das (im Kleingedruckten!). Und Herr Draghi, der italienische EZB Präsident, früher langjährig „Mitglied“ der „Goldman Riege“, der kauft mit „seiner“ EZB nun eben die Anleihen der Wackelstaaten (PIIGS) am Kapitalmarkt auf. Also, Wege (Umwege) finden sie schon!
Ein riesiges Außenhandelsdefizit in den USA? Nicht doch, die FED weiß Rat, wir verkaufen den fleißigen Deutschen, Japanern, Chinesen unsere Zettelchen oder sogar Bares, wenn sie das wollen, wir drucken das einfach und sie stocken ihre „Währungsreserven“ auf. Kein Problem – Mandrake zaubert überall! Wir können damit Krieg führen, dem Irak die Freiheit und Demokratie bringen, „die Freiheit am Hindukusch verteidigen“ und dem bösen Iran auf die Finger klopfen.


So etwas wie den "Schneider Kredit", ganz schön schon als Geschäft mit Geld aus dem Nix. Aber so klein und mühsam für diese überarbeiteten Banker. Ja, sie haben noch viel „schönere“ Kunden, besonders die Großbanker („Leistung aus Leidenschaft!“). Zweite und dritte Welt Länder mit ihren – oftmals korrupten – Regierungen und Potentaten. Denen „leihen“ sie Kohle ohne Ende (wir haben‘s ja, wir machen uns die Kohle selber aus dem Nix!). Bald jedoch, oh weh – oh weh, bleibt Zins und Tilgung aus, diese schönen Kunden können nicht mehr zahlen. Dann schicken „wir“ den IWF (Internationaler Währungsfond) und die Weltbank (das soll mal die Welt ZB werden, Gnade uns Gott!). Die geben dem maroden Schuldner weitere Kredite. Woher haben IWF und Weltbank die Kohle? Sonderziehungsrechte! Mandrake im anderen Gewand lässt grüßen. Und wo fließt die Kohle hin? Na, die ausstehenden Zahlungen an Zins und Tilgung fließen sofort an die Großbanker, denn sie müssen „erstmal“ bedient werden. Das sagt der IWF in seinem Kleingedruckten. Bisschen bleibt noch für den Potentaten – sein Schweizer Konto oder ein neuer Palast - und weg ist die Kohle. Zins und Tilgung bilden weitere Riesenberge, bis wieder umgeschuldet wird. Eine coole Abzocke ist das, weltweit! Ganze Volkswirtschaften werden tributpflichtig! Der Traum jedes Weltherrschers.

Und noch eine lukrative Gruppe – die Spekulanten! Die Vermögensverwalter, die Hedge Fonds, die Börsen und natürlich – die Banker selber mit ihren spekulativen Abteilungen, Eigenhandel. Sie handeln mit den „Produkten“ – dem Nix aus dem Nix – ein weltweites Casino. 25% Rendite pro Jahr? Wenig (sagen die Banker), aber her damit. Was brauchen wir die „reale Wirtschaft“, Kohle wird im Finanzbereich „gemacht“. Und das alles wird reichlich „gehebelt“ mit Mandrake-Krediten aus dem Nix. So hat sich die Geldblase, die auch eine Schuldenblase ist, auf wohl ca. 60 Billionen $ aufgeplustert – zinsbehaftet natürlich – und Zins nebst Zinseszins als heimtückischer, nicht-linearer (exponentieller) Prozess wird die Blase platzen lassen!

Der Knall wird gigantisch sein! Die US Immobilien Krise war nur ein kleiner Vorgeschmack, von den ZB Bankern noch gerade so und heldenhaft geflickt mit Mandrake Kohle. Platzen wird der Schmu sowieso irgendwann. Wie Domino Steichen werden sie fallen – zunächst Banken, Hedgefonds etc. – dann auch Unternehmen, die reale Wirtschaft und seine Kunden, die Bürger. Dann sind wir alle dran!

Weiter mit der Immo Krise: Wer will die Kohle in der Krise denn eigentlich haben? Na, alle Banken (sie müssen ja das Geld ihrer Kunden anlegen, z.B in Fonds im schönen Island!), die z.B. diese Subprime Bonds (zweitklassige, verbriefte Hypotheken von US Häuslebauern mit etwas höherer Verzinsung) vom ihrem Großbanker (die Goldmans, Morgan Stanleys & Co ...) gekauft hatten und nun abwerten oder ausbuchen müssen. Leichtfertige Banker, die solche Bonds als Anlage halten. Rating Agenturen haben diese Papierchen mit AAA bewertet und sie waren gläubig. Sie sind plötzlich überschuldet und brauchen „Eigenkapital“

Frage: Wo hat der Banker diese „Wertpapiere“ her? Vielleicht von Goldman „Sucks“ oder so! Und der hat sie angekauft von einer Hypobank im US Hinterland, die Kohle brauchte, um noch mehr auszuleihen. Die pfiffigen „Goldmans“ „verbrieften“ die Hyposchulden im Paket. Super – ein neues Wertpapier, handelbar! Der Hypobank hatte ihr Hypokunde inzwischen  gebeichtet, dass er Zins & Tilgung nicht mehr leisten kann, weil … Und die Kurse fallen, weil so langsam der Schmu durchsichtig wird.

Die Kurse sind nun im Keller, der Banker hat sie seinem Kunden aber als AAA Anlage verkauft (die US Rating Agenturen – klar, sie arbeiten für die US Großbanken – haben gesagt: „AAA – triple A - absolut sicher“, Schuldner sind erste Sahne, ständig liquider Markt, super Verzinsung! Kauft- Leute, kauft! AIG – der größte US Versicherer, heute US verstaatlicht (weil pleite!), hat diese „Wertpapiere auch noch versichert! Tja, hier gibt’s Geld aus Zins ohne zu arbeiten! Das war die Botschaft.

Diese Papiere sind mittlerweile unter Bankern unverkäuflich, keiner will sie mehr. Die Banker trauen sich untereinander sowieso nicht mehr. Der Kunde wird unruhig und verhökert auch schnell noch einige Aktien und was sonst noch so da ist. Bares ist Wahres! Er traut seinem Banker nicht mehr. Und jeder Euro, den er abholt, schmerzt 10-fach – Mandrake rückwärts! Und wenn das mehr Kunden wollen, dann kriselt‘s schon leicht mal bei Bankers …
Ja, die Quelle ZB ist eigentlich tatsächlich unerschöpflich, Mandrake funktioniert, aber die „Senke“, dort wo die Kohle hinfließt, die ist sehr real. Hier entfaltet die zusätzliche Geldmenge ihre wüste Zerstörung – die Inflation! Die Geldmenge ist nämlich die einzige Ursache für die Inflation. Nicht die gierigen Arbeitnehmer, die immer mehr Geld wollen! Oder die schlimmen Gewerkschaften, die das sogar noch unterstützen. Oder diese Rentner, die wie die Maden im Speck leben und immer mehr wollen. Oder gierige Unternehmen, Läden und Händler, die die Preise erhöhen, weil sie den Hals nicht voll kriegen können. Papperlapapp! ZB und Mandrake Banker, zusammen mit den Politikern als Hauptschuldenmacher, das sind die wahren Übeltäter! Sie verursachen die Inflation, die Kaufkraft sinkt für alle, eine zusätzliche verdeckte Steuer, die keiner so richtig merkt und die den falschen Verursachern zugeschoben wird! Damit es keiner merkt …
ZBs und Mandrake Banken, zusammen mit ihren Freunden von der Politik, zerstören seit ihrer „Erfindung“ regelmäßig Volkswirtschaften, sie finanzieren die Kriege, häufen gigantische Reichtümer bei sehr Wenigen an und uferlose Armut bei Heerscharen von Bürgern - eine verheerende Bilanz.
FED, EZB, BoJ, BoE und andere ZBs bemühen sich, den Crash zu verhindern. Die Dominosteine purzeln aber schon mal. Noch sieht es so aus, als schaffen sie es vielleicht noch einmal. Aber der final crash kommt bestimmt. Wenn nicht, wurde so viel Kohle neu ins System gepumpt, dass die nächste Phase der Inflation sicher kommt. Eine Galgenfrist …

 
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